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Leo’s BLOG

Sein Leben

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Dudweiler im Oktober

Back to Blood1
Back to Blood2

Ich würde gerne wissen, ob die folgende Website seit dem Erscheinen des neuen Buches von Tom Wolfe lahmgelegt wurde, weil sie zu oft aufgerufen wurde... (Tom Wolfe lacht sich ins Fäustchen...)

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Der Grund wäre folgender: Tom Wolfe erzählt von Maurice Fleischmann, einem Billionär, der dauernd onaniert und deshalb bei Dr. Norman Lewis, einem Psychiater (mittvierzig), in Behandlung ist. Während dieser Psychiater seine halb so alte Latina fickt, klärt er sie über Maurice auf:

"The moment  he  achieves  climax,  the  moment  any  man
achieves  climax,  every  last  neuron,  every  last  dendrite  of the
excitement that just a moment ago gorged his generative member
with  blood... vanishes—vanishes!—just  like  that,  all  of that
monomaniacal lust is dissipated. It's as if it never existed. He's
incapable even of desire, our manly Maurice Fleischmann. He's
all business. He pulls his shorts back up and pulls his pants back
up  and  zips  them  and  buckles  his  belt  and  stands  up  and
smooths his clothes down against his body... and looks out the
window this way and that to see if anyone out there could have
possibly seen him, and then he presses a button, and his assis-
tant, out in the anteroom, picks up, and he tells her she can start
putting calls through again, and he's back to work wondering
how what just happened... has happened... He's back to work
until his system revives, and those intervals are becoming shorter
and shorter, and as soon as he revives, he turns the swivel chair's
back to the door, and he's  riveted to the screen  again.  It's so
simple, turning on the porn. He doesn't need to pay anyone any-
thing or supply his name and e-mail address. All he has to do is
go to  Google  and enter www.onehand.com  and hit  SEARCH
and he's back at Xanadu, and his little blistered Excalibur is ver-
tical  and eager again, and he's got a  sex menu  on the  screen,
whatever he wants, anal, fellatio, cunnilingus, coprophilia—oh,
you bet!—and his entire existence on this earth is a longing for
the spasm. Nothing else is real! And the time between visits to
the pleasure dome becomes shorter and shorter, and he isn't get-
ting anything else done, and people start complaining that they
can't get an appointment to see our distinguished Mr. Maurice
Fleischmann  any longer.  Of course they can't!  He's  busy self-
destructing!
"

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“4. November 2012, schade, dass das Buch schon zu Ende ist!”

Back to Blood ist das letzte Buch von insgesamt vieren, die ich von Tom Wolfe gelesen habe. Und dasjenige, das am kunstvollsten strukturiert ist. Lässt man die Bücher Revue passieren, so erhält man ein Spiegelbild der amerikanischen Gesellschaft der letzten 25 Jahre. The Bonfire of the Vanities (1987) demaskiert die „Masters of the Universe“, also die Banker und Broker der 80er Jahre. Gut zehn Jahre später erschien A Man in Full, das den sagenhaften Aufstieg von Atlanta und den dortigen Bauboom schildert. 2004 erschien dann I am Charlotte Simmons, ein verwirrender Blick auf das amerikanische College nicht nur dieser Zeit. Back to Blood wiederum stellt sich in die Tradition von z.B. John Steinbeck, aus dessen Grapes of Wrath verdeckt zitiert wird. Einerseits. Und andererseits kann man dieses Buch auch als einen komplementären Entwurf ansehen zu The Tortilla Curtain (1995) von T. Coraghessan Boyle, in dem der Clash der Kulturen der USA und Mexikos an der Westküste und im Süden der Vereinigten Staaten thematisiert wird. In Miami, dem Spielort von Back to Blood, ist aber alles inzwischen noch viel schlimmer oder einfach nur spannender geworden, da hier viel mehr Ethnien in die Sache verwickelt sind (Kubaner, Südamerikaner, Afro-Amerikaner, Russen, WASPs oder Anglos, wie sie jetzt genannt werden dort). Tom Wolfes bislang letztes Buch, im Oktober 2012 erschienen, hat zudem Züge eines gelungenen Kriminalromans, mit einem kubanischen Officer in der Hauptrolle und einem russischen Oligarchen als hochangesehener Bürger der Stadt (=Verbrecher), der allerdings für den Mord, den er verübt, nicht büßen muss, denn Tom Wolf ist ja ein (bei aller Satire) durch und durch realistischer Erzähler.Eine der schönsten Schilderungen betrifft übrigens eine Reality Show, die nebenbei von den Akteuren fabelhaft analysiert und entlarvt wird. Und eines der schönsten Namen in diesem Buch ist neben Maurice Fleischmann, dem sexsüchtigen Onanisten, der der Stylistin in der Reality Show. Ihr Name ist Maria Zitzpoppen. Ja, man kann vieles in dem Buch als schönste Gesellschaftssatire ansehen, die eben bis in die Namen hinein gestrickt ist.

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